Hands-on-Tests Club nomos

NOMOS Club 38 Ruthenium: Ist das die beste Club aller Zeiten?

Die neue Club 38 mit anthrazitfarbenem Ruthenium-Zifferblatt im Test. 38,5 mm Stahl, Handaufzug, 20 mm Bandanstoß, zwei Kritikpunkte und drei Bänder im Armband-Check.

Auf diese NOMOS Club habe ich gewartet.

Ich mag die Club-Reihe von NOMOS schon lange. Ich hatte einige davon am Handgelenk, habe viele getestet und selbst eine besessen. Trotzdem hatte ich mit der Reihe immer ein Problem. Es gab für mich keine Club, die wirklich alltagstauglich war, zumindest nicht in der klassischen Club und in der Club Campus. Mit der Club 38 in Ruthenium hat sich das geändert.

Technische Daten der Club 38 Ruthenium

Das Gehäuse ist aus Stahl, und die Maße passen für mich sehr gut.

Referenz770 (Stahlboden), 770.GB (Saphirglasboden)
GehäusematerialEdelstahl
Durchmesser38,5 mm
Höhe8,5 mm mit Saphirglasboden, 8,4 mm mit Stahlboden
Länge Anstoß zu Anstoß46,7 mm
Bandanstoß20 mm
Wasserdichtigkeit10 bar (100 m)
WerkNOMOS Manufakturkaliber DUW 4001, Handaufzug, 17 Steine
Gangreservebis zu 53 Std.
GlasGewölbtes Saphirglas
ZifferblattGalvanisiert, ruthenisiert, ohne Datum
ZeigerRhodiniert, mit weißer Super-LumiNova
Armband ab WerkHorween Genuine Shell Cordovan, schwarz
Preis1.560 Euro mit Stahlboden, 1.780 Euro mit Saphirglasboden

Quellen: nomos-glashuette.com

Handaufzug und zwei Gehäuseböden

Im Inneren arbeitet das hauseigene DUW 4001 mit Handaufzug.

Die Gangreserve liegt bei 53 Stunden. Sie haben die Wahl zwischen einem geschlossenen Stahlboden und einem offenen Boden aus Saphirglas. Hier in Österreich kostet die Uhr mit Stahlboden 1.560 Euro, mit Glasboden 1.780 Euro.

Blick durch den Saphirglasboden der NOMOS Club 38 auf das Handaufzugskaliber DUW 4001 mit Räderwerk, gebläuten Schrauben und der Gravur 17 Rubine
Das DUW 4001 hinter dem Saphirglasboden.
Foto: Nikolaus Hirsch

Ein Grau mit warmem Unterton

Eine Sache hat mir bei der Club immer gefehlt: ein schlichtes Zifferblatt, das einfach zu allem passt.

Die neue Club hat ein anthrazitgraues Zifferblatt. Es ist aber kein gewöhnliches Grau. Es ist matt und hat einen warmen Unterton. Seit ich mehr Brauntöne trage, ziehen mich genau solche wärmeren Zifferblätter an.

Nahaufnahme des matten anthrazitfarbenen Zifferblatts der NOMOS Club 38 Ruthenium mit hellen Ziffern, kleiner Sekunde und orangefarbenen Minutenziffern, am braunen Nubukband in der Hand gehalten
Matt, anthrazit, mit warmem Unterton.
Foto: Nikolaus Hirsch

Das Layout ist sehr aufgeräumt. Es gibt kein California-Zifferblatt wie bei der Club Campus, und es gibt kein Datum. Das braucht diese Uhr auch nicht. Sie ist eine einfache Uhr.

Für mich ist die Club 38 Ruthenium so eine Uhr, die man sich zum Studienabschluss schenkt oder schenken lässt, oder wenn man im Leben etwas erreicht hat. Sie könnte auch Ihre einzige Uhr sein. Ich suche bei Uhren immer das Gesamtpaket, Stücke, die mir wirklich alles geben. Fast alles jedenfalls, perfekt ist keine.

Zwei Dinge, die mich stören

Und damit zu dem, was ich an dieser Uhr nicht mag.

Erstens haben die Bänder keine Schnellwechsel-Federstege. In dieser Preisklasse und auf dem Niveau von NOMOS wäre das eine einfache Gelegenheit gewesen. Wer gern Bänder wechselt, hätte sich darüber sehr gefreut.

Zweitens das Farbkonzept von Zeigern und Indizes. Die Zeiger mag ich, die Indizes auch. Die Indizes haben aber einen gelblichen Rahmen, während die Zeiger mit weißer Leuchtmasse gefüllt sind. Die Zeiger stechen dadurch richtig heraus. Wenn Sie das einmal gesehen haben, sehen Sie es immer. Ein einheitlicheres Design hätte mir besser gefallen.

Mehr Nachteile habe ich nicht gefunden.

Armband-Check: Drei Bänder für die Club 38

Diese Uhr ist sehr flexibel.

Ab Werk kommt sie an einem schwarzen Band aus Horween-Leder. Ich habe drei andere ausprobiert.

Transparenz: Die drei Armbänder in diesem Test stammen von HIRSCH, unserem Familienunternehmen.

London Alligator Nubuk in Dunkelbraun

Das erste Band ist unser neues London aus Alligator-Nubuk in Dunkelbraun. Es greift den warmen, bräunlichen Unterton des Zifferblatts auf, und die Details auf dem Blatt passen ebenfalls dazu. hirschthebracelet.com

NOMOS Club 38 Ruthenium an einem dunkelbraunen Alligator-Nubukband mit hellen Nähten, in der Hand gehalten
Das London in Dunkelbraun.
Foto: Nikolaus Hirsch

Die Uhr wirkt daran ein Stück eleganter, fast wie eine deutlich teurere Uhr. Wenn Sie so wollen, eine Dresswatch. Sie können sie damit schicker oder lässiger tragen.

Arne in Schwarz und Orange

Das zweite Band haben Sie vielleicht schon auf meinem Instagram gesehen. Das Arne hat einen Kern aus Kautschuk und ein Obermaterial in Segeltuch-Optik. Der Kern ist orange, und dieses Orange trifft die orangefarbenen Details auf dem Zifferblatt fast perfekt. hirschthebracelet.com

NOMOS Club 38 Ruthenium an einem schwarzen Band in Segeltuch-Optik mit orangefarbenem Kautschukkern, in der Hand gehalten
Das Arne mit orangefarbenem Kern.
Foto: Nikolaus Hirsch

Damit wird die Club sportlicher und weniger förmlich. Und weil die Uhr bis 100 Meter wasserdicht ist, passt der Outdoor-Charakter auch technisch.

NOMOS Club 38 Ruthenium am schwarz-orangefarbenen Arne-Band am Handgelenk, die Hand in der Tasche einer dunklen Hose, darüber ein heller Strickärmel
Am Arne wird die Club sportlich.
Foto: Nikolaus Hirsch

Giffone in Schwarz

Wenn Sie das Horween-Band ab Werk nicht tragen wollen und der Uhr etwas mehr Struktur geben möchten, etwa zu einem Outfit mit Struktur, probieren Sie das schwarze Giffone in Saffiano-Optik. hirschthebracelet.com

NOMOS Club 38 Ruthenium an einem schwarzen Lederband mit Saffiano-Prägung, in der Hand gehalten
Das Giffone in Schwarz.
Foto: Nikolaus Hirsch

Es ist eines meiner Lieblingsbänder, weil es der Uhr sofort etwas Elegantes gibt. Sie sieht damit cool, klar und erwachsen aus. Zu schlichten, minimalistischen Zifferblättern passt es sehr gut.

NOMOS Club 38 Ruthenium am schwarzen Giffone-Band am Handgelenk, daneben ein weißer Strickärmel
Die Club 38 sitzt gut am Handgelenk.
Foto: Nikolaus Hirsch

Preis-Einordnung

Für 1.560 Euro bekommen Sie ein hauseigenes Werk mit Handaufzug.

Den Glasboden gibt es für 220 Euro Aufpreis. Bei diesem Preis hätte ich mir die Schnellwechsel-Federstege gewünscht. Ehrlich gesagt ist das aber auch schon fast alles, was ich bemängeln kann.

NOMOS hat mit dieser Uhr wirklich etwas Großartiges geschaffen.

Fazit: Die Club, auf die ich gewartet habe

Ich habe lange auf eine Club gewartet, die alltagstauglich für alle ist und sich an verschiedenen Bändern so wohlfühlt.

Die Club 38 Ruthenium hat tolle Maße und sitzt gut am Handgelenk. Das Zifferblatt ist so flexibel, dass sie zu fast allem passt, was Sie tragen wollen.

Den Ausschlag geben für mich:

  • das matte Anthrazit mit warmem Unterton und
  • der Bandanstoß von 20 mm, mit dem sie ein echtes Band-Talent ist.

Dagegen stehen die fehlenden Schnellwechsel-Federstege und das Zusammenspiel von gelblich gerahmten Indizes und weißen Zeigern.

Meine persönliche Einschätzung

Für mich ist das die Club, die das Zeug zur einzigen Uhr hat. Und deshalb mag ich sie.

Zum Video

Die Club 38 Ruthenium am Handgelenk

Im zugehörigen YouTube-Video sehen Sie das Zifferblatt im Licht, das Kaliber DUW 4001 und alle drei Bänder aus dem Armband-Check.

Würden Sie die Club 38 Ruthenium mit geschlossenem Stahlboden nehmen oder die 220 Euro für den Glasboden ausgeben?

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Häufig gestellte Fragen

Wie groß ist die NOMOS Club 38 Ruthenium?

38,5 mm Durchmesser, 46,7 mm von Anstoß zu Anstoß und 8,5 mm Höhe mit Saphirglasboden. Mit Stahlboden sind es laut Monochrome 8,4 mm.

Welches Werk steckt in der Club 38 Ruthenium?

Das NOMOS Manufakturkaliber DUW 4001 mit Handaufzug und bis zu 53 Stunden Gangreserve.

Welche Bandbreite braucht die Club 38?

20 mm. Ab Werk kommt die Ruthenium-Version an einem schwarzen Band aus Horween Shell Cordovan.

Hat die Club 38 Schnellwechsel-Federstege?

Nein. Das ist einer der zwei Punkte, die mich an der Uhr stören.

Was kostet die NOMOS Club 38 Ruthenium?

In Österreich 1.560 Euro mit Stahlboden und 1.780 Euro mit Saphirglasboden.

Bildnachweise

Alle Fotos: Nikolaus Hirsch. Standbilder aus dem YouTube-Video zur NOMOS Club 38 Ruthenium, für das Web zugeschnitten und verkleinert.