Als TAG Heuer die Aquaracer 2004 vorgestellt hat, hatte ich mit Uhren noch nichts am Hut.
Viele Generationen später bringt TAG Heuer die Linie 2026 neu, und eine Version hat mich sofort neugierig gemacht: die Aquaracer Professional 200 Solargraph. Eine Taucheruhr aus Titan, die mit Licht läuft. Ich habe TAG Heuer gefragt, ob sie mir eine für den Test leihen. Sie haben Ja gesagt.
Technische Daten der Aquaracer Solargraph
Auf dem Papier ist das eine vollwertige Taucheruhr, die ihre Energie aus Licht bezieht.
| Referenz | WBP1184.BF0008 |
| Gehäusematerial | Titan Grad 2, sandgestrahlt |
| Durchmesser | 40 mm |
| Höhe | 11,3 mm (eigene Angabe) |
| Länge Anstoß zu Anstoß | 46,4 mm (eigene Angabe) |
| Bandanstoß | 20 mm (eigene Angabe) |
| Wasserdichtigkeit | 200 m |
| Lünette | Einseitig drehbar, Titan Grad 5 |
| Werk | TAG Heuer Solargraph Kaliber TH50-00, Solarquarz |
| Gangreserve | Bis zu 10 Monate bei voller Ladung |
| Lebensdauer des Akkus | Bis zu 15 Jahre |
| Zifferblatt | Schwarz, sonnengebürstet, rhodinierte Indizes mit Super-LumiNova, Details in Polarblau |
| Armband ab Werk | Titan Grad 2 mit Faltschließe und Schnellwechselsystem |
| Preis | 3.600 € (Österreich) |
Das Solargraph-Werk: aufheben und losgehen
Das Solarwerk ist der Grund, warum ich diese Uhr testen wollte.
Das Kaliber TH50-00 hat TAG Heuer zusammen mit La Joux-Perret entwickelt und 2022 vorgestellt. Laut TAG Heuer lädt es sich mit Sonnenlicht ebenso wie mit künstlichem Licht. Voll geladen läuft die Uhr bis zu zehn Monate, und der Akku soll etwa 15 Jahre halten.

Foto: Nikolaus Hirsch
Im Video habe ich gesagt, dass eine einzige Minute Sonne für einen ganzen Tag reicht. Das war zu optimistisch. TAG Heuer nennt für die neuen Modelle rund zehn Minuten Licht für etwa 40 Stunden Laufzeit. Ein bisschen Tageslicht genügt also trotzdem, nur eben deutlich mehr als eine Minute.
Für mich macht genau das die Uhr so unkompliziert. Man nimmt sie und geht los. Selbst wenn man sie neun Monate nicht getragen hat, läuft sie noch, sofern sie vorher voll geladen war. Und im Sommer, da bin ich mir ziemlich sicher, lädt sie sich von ganz allein voll. Ich finde es gut, dass jemand bei TAG Heuer an solche Dinge gedacht hat.
Ein Schnellwechsel, der wirklich einfach ist
Das Detail, das mich am meisten überrascht hat, sitzt zwischen Gehäuse und Band.
Die Aquaracer kommt an einem Armband aus Titan Grad 2 mit Schnellwechselsystem. Anders als viele übliche Systeme ist dieses wirklich leicht zu bedienen. Unten an den Bandanstößen sitzt eine kleine Kerbe genau dort, wo der Federsteg hingehört. Man legt den Federsteg in diese Markierung, drückt den Knopf und setzt das Band ein. Das war es.

Foto: Nikolaus Hirsch
Das hilft beim Armband und genauso beim Bandwechsel, der dadurch richtig angenehm wird. Ich finde dieses Detail wirklich gelungen, dafür ein Lob an TAG Heuer.
Grau, Schwarz und Polarblau
Ich mag diese Farbkombination sehr.
Gehäuse und Lünette in grauem Titan, dazu das schwarze Zifferblatt, rhodinierte Indizes und die Details in Polarblau. Ich würde eher Türkis dazu sagen. Die Farbe sitzt hinter den Indizes und auf dem Sekundenzeiger. Das wirkt verspielt und sommerlich, und man fühlt sich sofort ein bisschen wie im Urlaub.

Foto: Nikolaus Hirsch
Dazu kommt, wie leicht sie ist. Titan spürt man am Handgelenk kaum, nach einer Weile vergisst man die Uhr fast. Mit 200 Metern Wasserdichtigkeit kann man damit ohne Bedenken schwimmen gehen und sie den ganzen Sommer tragen.
Armband-Check: Drei Bänder für die Aquaracer
Richtig Spaß macht die Uhr erst, wenn das Titanband abkommt.
Ich habe drei Bänder ausprobiert, also drei Arten, wie ich die Aquaracer tragen würde. Der Bandanstoß misst 20 mm.
Transparenz: Die drei Armbänder in diesem Test stammen von HIRSCH, unserem Familienunternehmen.
Bologna in Türkis: passt zu den Details
Das erste ist das Bologna aus Kalbsleder in Türkis. Es passt perfekt zur Uhr, weil es genau die türkisfarbenen Details auf dem Zifferblatt aufnimmt. hirschthebracelet.com

Foto: Nikolaus Hirsch
Mit diesem Band will ich sofort raus an den See, schwimmen, Boot fahren oder Wasserski. Die Uhr fällt damit auf. Die feinen Details sind ohnehin da, und das passende Band holt sie nach vorn.

Foto: Nikolaus Hirsch
Nyad in Weiß: das Poolband
Das zweite ist wieder ein verspieltes Sommerband, das Nyad aus Kautschuk in Weiß. Es verändert die Stimmung der Uhr komplett. hirschthebracelet.com

Foto: Nikolaus Hirsch
Weiß spielt mit dem Wasserthema der Uhr, und ich mag weiße Bänder im Sommer einfach, weil sie so herausstechen. Gleichzeitig wirkt die Uhr damit fast ein wenig elegant. Diese Kombination würde ich am Pool oder am See tragen, zu einer bunten Badehose.
John in Grey Camo: technisch und zurückhaltend
Zum Schluss wollte ich mit dem Grau des Titans spielen und habe deshalb ein Kautschukband in Camouflage gewählt, das John. Die Frage war, ob die Uhr ein eher technisches Band verträgt. Die kurze Antwort: ja. hirschthebracelet.com

Foto: Nikolaus Hirsch
Mit dem John sieht die Aquaracer technischer und ernster aus. Sie wird zurückhaltender und sticht weniger heraus, eher die unterschätzte Kombination aus Uhr und Band. Ihren verspielten Charakter behält sie trotzdem, weil das Band im Farbschema der Uhr bleibt.
Preis-Einordnung: darüber kann man streiten
In Österreich kostet die Aquaracer Solargraph 3.600 Euro, und genau da bin ich hin- und hergerissen.
Man bekommt viel Uhr für das Geld: ein Gehäuse und ein Band aus Titan, 200 Meter Wasserdichtigkeit, ein Solarwerk, um das man sich kaum kümmern muss, und einen Schnellwechsel, der wirklich funktioniert. Es bleibt aber ein Quarzwerk. Wer bei diesem Preis ein mechanisches Werk erwartet, wird hier nicht fündig.
Man bekommt viel Uhr für das Geld, aber es bleibt ein Quarzwerk.
Fazit: Sie hat mich wirklich überrascht
Ich hätte nicht gedacht, dass mir diese Uhr so gut gefällt.
Sie verlangt im Alltag wenig und macht einfach Spaß beim Tragen.
Für sie sprechen aus meiner Sicht:
- die Farben aus grauem Titan, schwarzem Zifferblatt und Polarblau,
- das geringe Gewicht und 200 Meter Wasserdichtigkeit,
- ein Solarwerk, das auch nach Monaten ohne Tragen noch läuft, und
- ein Schnellwechsel, der Bandwechsel wirklich leicht macht.
Dagegen steht der Preis von 3.600 Euro für eine Quarzuhr.
Meine persönliche Einschätzung
Für den Sommer und fürs Wasser ist sie aus meiner Sicht eine sehr gute Wahl, gerade wenn man gern Bänder wechselt. Ich könnte sie mir gut an meinem Handgelenk vorstellen.
Zum Video
Die Aquaracer Solargraph am Handgelenk
Im zugehörigen YouTube-Video sehen Sie die Aquaracer aus allen Blickwinkeln, den Schnellwechsel in Aktion und alle drei Bänder aus dem Armband-Check.
Würden Sie 3.600 Euro für eine Solaruhr aus Titan ausgeben, oder muss es in dieser Preisklasse ein Automatikwerk sein?
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Häufig gestellte Fragen
Wie groß ist die TAG Heuer Aquaracer Solargraph?
40 mm im Durchmesser. Laut meinem Video sind es 11,3 mm Höhe und 46,4 mm von Anstoß zu Anstoß.
Wie lange läuft die Aquaracer Solargraph ohne Licht?
Laut TAG Heuer bis zu zehn Monate mit voller Ladung. Rund zehn Minuten Licht reichen für etwa 40 Stunden Laufzeit.
Welches Werk steckt in der Aquaracer Solargraph?
Das Solarquarzwerk TH50-00, das TAG Heuer zusammen mit La Joux-Perret entwickelt und 2022 vorgestellt hat.
Kann man das Band der Aquaracer Solargraph leicht wechseln?
Ja. Das Titanband hat ein Schnellwechselsystem, und eine Kerbe an den Bandanstößen zeigt, wo der Federsteg sitzt. Der Bandanstoß misst laut meinem Video 20 mm.
Was kostet die TAG Heuer Aquaracer Solargraph?
In Österreich 3.600 Euro.
Bildnachweise
Alle Fotos: Nikolaus Hirsch. Standbilder aus dem YouTube-Video zur Aquaracer Solargraph, für das Web zugeschnitten und verkleinert.
