Longines überrascht mich immer wieder. Diesmal mit einer Uhr, die ich so nicht erwartet hätte. Die Master Collection bekommt einen Monopusher-Chronographen.
Nachdem Longines die Master Collection in diesem Jahr überarbeitet hat, war klar, dass weitere Modelle folgen. Ein Monopusher stand dabei nicht auf meiner Liste. Umso spannender finde ich die Frage, wie viel Uhr man für 3.750 Euro bekommt.
Was ist ein Monopusher?
Ein einziger Drücker übernimmt alle Aufgaben.
Ein klassischer Chronograph hat zwei Drücker. Einer startet und stoppt die Messung, der andere stellt sie auf null. Beim Monopusher erledigt ein Drücker alle drei Schritte nacheinander. Einmal drücken startet die Stoppuhr. Ein zweites Mal hält sie an. Ein drittes Mal stellt sie zurück.
Die ersten Armband-Chronographen funktionierten genau so. Die Bauweise mit zwei Drückern setzte sich erst später durch. Heute ist der Monopusher eine seltene Komplikation.
Longines hat eine lange Tradition im Bau von Chronographen. Dass die Marke jetzt einen modernen Monopusher anbietet, passt aus meiner Sicht gut dazu.
Technische Daten der Master Collection Monopusher
| Referenz | L2.960.4.93.2 |
| Gehäusematerial | Edelstahl, poliert |
| Durchmesser | 41 mm |
| Höhe | 12,6 mm |
| Länge Anstoß zu Anstoß | 48,6 mm (eigene Angabe) |
| Bandanstoß | 21 mm (eigene Angabe) |
| Wasserdichtigkeit | 3 bar (30 m) |
| Werk | Kaliber L799.5, Handaufzug |
| Chronograph | Monopusher mit Schaltrad |
| Unruhspirale | Silizium |
| Frequenz | 28.800 A/h (4 Hz) |
| Gangreserve | ca. 68 Std. |
| Zifferblatt | Frostblau, Gerstenkorn-Muster, Pulsometerskala |
| Glas | Saphir, beidseitig entspiegelt |
| Armband ab Werk | Alligatorleder, Faltschließe mit Feinverstellung |
| Preis | 3.750 € (Österreich) |
Quellen: longines.com
Groß auf dem Papier, elegant am Handgelenk
Die Zahlen klingen erst einmal nicht nach einer zierlichen Uhr.
41 mm Durchmesser, 48,6 mm von Anstoß zu Anstoß und 12,6 mm Höhe sind für einen klassischen Chronographen eher üppig. Ich war deshalb skeptisch, bevor ich die Uhr zum ersten Mal angelegt habe.

Foto: Nikolaus Hirsch
Persönlicher Eindruck aus dem Hands-on
Am Handgelenk hat mich die Monopusher überrascht. Sie trägt sich sehr, sehr gut. Das Gehäuse ist angenehm, und die Uhr gleitet scheinbar mühelos unter die Manschette.
Für mich ist genau das ihre größte Stärke. Longines hat einen eleganten Chronographen gebaut, der sich im Alltag nicht in den Vordergrund drängt.
Frostblau, Gerstenkorn und eine Pulsometerskala
Das Zifferblatt ist frisch, aber nicht aufdringlich.
Longines nennt die Farbe Frostblau. Das Gerstenkorn-Muster gibt der Fläche für mich Tiefe, ohne unruhig zu wirken. Dazu kommen zwei Hilfszifferblätter und sehr elegante Ziffern. Insgesamt sieht der Chronograph erstaunlich schlicht aus.

Foto: Nikolaus Hirsch
Besonders interessant finde ich die Pulsometerskala. Sie ist für 30 Pulsschläge graduiert. Man startet den Chronographen, zählt 30 Schläge und stoppt. Der Zeiger zeigt dann direkt den Puls pro Minute an. Im Alltag braucht das kaum jemand. Als Anspielung auf historische Chronographen passt die Skala aber perfekt zu einem Monopusher.
Kaliber L799.5: Handaufzug mit blauem Schaltrad
Im Inneren arbeitet ein handaufgezogenes Chronographenwerk.
Das Kaliber L799.5 steuert den Chronographen über ein Schaltrad. Bei dieser Uhr ist das Schaltrad blau. Durch den Glasboden ist es gut zu sehen. Für mich passt das Blau schön zum Zifferblatt.

Foto: Nikolaus Hirsch
Zu den wichtigsten Merkmalen gehören:
- Handaufzug
- Monopusher-Chronograph mit Schaltrad
- Unruhspirale aus Silizium
- 28.800 Halbschwingungen pro Stunde
- rund 68 Stunden Gangreserve
Die Schließe mit Feinverstellung
Das überzeugendste Detail sitzt an der Schließe.
Longines hat bei der Überarbeitung vieler Modelle eine Faltschließe mit Feinverstellung eingeführt. Die Monopusher bekommt sie ebenfalls, und zwar auch am Lederband. Longines ist eine der wenigen Marken, die das konsequent durch die gesamte Kollektion umsetzen.
Deshalb schätze ich die Marke. Und deshalb stimmt hier für mich das Preis-Leistungs-Verhältnis.
Armband-Check: Drei Bänder, drei Looks
In Sachen Vielseitigkeit hat mich die Uhr wirklich überrascht.
Ab Werk kommt die Monopusher am Alligatorband. Ich habe drei andere Armbänder ausprobiert. Die eigentliche Herausforderung war, Bänder mit 21 mm Breite zu finden.
Transparenz: Die drei Armbänder in diesem Test stammen von HIRSCH, unserem Familienunternehmen.
Taupe: Strukturiertes Kalbsleder
Eine meiner Lieblingskombinationen. Das strukturierte Kalbsleder in Taupe macht die Uhr tragbarer und eleganter als am Alligatorband. Aus meiner Sicht passt es noch etwas besser zu ihrem Stil. hirschthebracelet.com

Foto: Nikolaus Hirsch
Wer kein Alligatorband tragen möchte, ist mit diesem Band gut beraten. Es passt zu vielen Outfits, auch zu einem sehr lässigen Streetstyle-Look. Das Frostblau des Zifferblatts setzt dann einen Farbakzent, ohne das Outfit zu stören.
Honigbraun: Vintage-Leder
Honigbraun und Frostblau liegen auf dem Farbkreis einander gegenüber. Für mich funktioniert die Kombination genau deshalb. Das Orange des Leders und das kühle Türkis des Zifferblatts ergänzen sich. hirschthebracelet.com

Foto: Nikolaus Hirsch
Das Band gibt der Uhr eine sehr lässige Ausstrahlung. Ich würde es tragen, wenn ich entspannt gekleidet bin, zum Beispiel für einen Tag auf dem Boot.

Foto: Nikolaus Hirsch
Blau: Stone-Hybridband
Für den mutigeren Look habe ich die Uhr mit unserem blauen Stone-Armband kombiniert. Es ist ein Hybridband mit unserem typischen Kautschukkern und einer Oberseite aus echtem, eingefärbtem Schiefer. hirschthebracelet.com

Foto: Nikolaus Hirsch
Die Blautöne des Steins greifen für mich die Stimmung des Zifferblatts auf. Das ist die modernste der drei Kombinationen. Ich würde sie tragen, wenn ich in einem blauen Monochrom-Outfit einen Farbakzent setzen möchte.
Was Longines besser machen könnte
Zwei Punkte würde ich mir anders wünschen.
Ein Schnellwechselsystem
Longines bekommt eine Schließe mit Feinverstellung sogar am Lederband hin. Ein Schnellwechselsystem für Lederbänder und Metallarmbänder fehlt aber. Gerade bei einer Uhr, die mit so vielen Bändern gut aussieht, wäre das eine einfache Verbesserung.
Ein kleineres Gehäuse
Mein zweiter Punkt: Die Monopusher sollte etwas kleiner sein. Mit 38 oder 39 mm Durchmesser läge die Länge von Anstoß zu Anstoß bei etwa 46 mm. Das würde die Uhr noch tragbarer machen und besser zum Vintage-Gedanken passen. Die Gehäuse werden insgesamt wieder kleiner, und das gefällt mir. Vielleicht bringt Longines ja noch eine kleinere Version.
Preis-Einordnung
In Österreich kostet die Master Collection Monopusher 3.750 Euro. longines.com
Dafür bekommt man einen handaufgezogenen Monopusher mit Schaltrad, Siliziumspirale und Feinverstellung an der Schließe. Aus meiner Sicht ist das ein sehr fairer Preis.
Bei Longines bekommt man sehr viel Uhr für das Geld.
Fazit: Viel Uhr für das Geld
Die Master Collection Monopusher ist eine leise Uhr, die im Detail überzeugt.
Die Kombination aus
- 41 mm Edelstahlgehäuse, das sich kleiner trägt, als es klingt,
- Kaliber L799.5 mit Handaufzug, blauem Schaltrad und rund 68 Stunden Gangreserve,
- frostblauem Gerstenkorn-Zifferblatt mit Pulsometerskala,
- Faltschließe mit Feinverstellung, auch am Lederband, und
- einem Preis von 3.750 Euro
macht sie für mich zu einem der spannendsten Chronographen in dieser Preisklasse.
Meine persönliche Einschätzung
Wer einen Monopusher sucht und die Farbe Frostblau mag, sollte sich diese Uhr unbedingt ansehen und sie anprobieren. Wer kleinere, vintage-typische Proportionen bevorzugt, wartet vielleicht auf eine kleinere Version.
Zum Video
Die Monopusher am Handgelenk
Im zugehörigen YouTube-Video sehen Sie die Master Collection Monopusher aus allen Blickwinkeln, dazu alle drei Armbänder aus dem Armband-Check.
Würden Sie die Monopusher so kaufen, wie sie ist, oder auf eine kleinere Version warten?
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Häufig gestellte Fragen
Was ist ein Monopusher-Chronograph?
Ein Chronograph mit nur einem Drücker. Dieser startet, stoppt und stellt die Messung nacheinander zurück.
Welches Werk steckt in der Longines Master Collection Monopusher?
Das Kaliber L799.5 mit Handaufzug, Schaltrad und Siliziumspirale. Die Gangreserve liegt bei rund 68 Stunden.
Wie breit ist der Bandanstoß?
Laut den Angaben in meinem Video 21 mm. Longines nennt den Wert nicht offiziell.
Was kostet die Longines Master Collection Monopusher?
In Österreich 3.750 Euro, in der Schweiz 3.200 Franken.
Bildnachweise
Alle Fotos: Nikolaus Hirsch. Standbilder aus dem YouTube-Video zur Master Collection Monopusher, für das Web zugeschnitten und verkleinert.
